Montag, 22 Juli 2002, 162897 km

Ein neuer Schaltautomat

Es lohnt sich, weiße 380SE aus guten Händen zu kaufen. Neben den Nockenwellen (siehe Die Nockenwellen sind krank) hatte das Auto auch ein nahezu neuwertiges Automatikgetriebe, das erst ganz wenige Zehntausend Kilometer gelaufen ist. Da ich schon kurz nach dem Kauf des Coupés leichte Probleme mit dem Schaltautomaten festgestellt hatte, hatte ich schon seit langer Zeit eine Getriebeüberholung auf meiner To-Do-Liste.

Die defensive und vermutlich eher sanfte Fahrweise des Erstbesitzers ist zwar in vielen Bereichen für den guten Erhaltungszustand des Coupés verantwortlich, doch dem Schaltautomaten gingen die häufigen Wechsel zwischen dem 2. und 3. Gang vermutlich auf die Nerven. Er fing an, zunächst bei lastschwachen Schaltvorgängen leicht durchzurutschen. Dank dem 380SE konnte ich mir die Überholung nun sparen: Ein nahezu neuwertiges Austauschgetriebe ist natürlich noch viel besser.

Nach dem Ausbau des Schaltautomaten aus dem 380SE war ich erstmal zufrieden: Es ist ein dreckiges altes Teil, sondern wirklich ein noch glänzendes sauberes Teil. Lediglich den Bowdenzug vom Gasgestänge hatte man wohl damals etwas unachtsam behandelt, denn er hatte einen Knick. Nicht so schlimm, das kann man austauschen.

Nach dem Ausbau stellte sich zudem heraus, dass der Magnetschalter für den Kickdown einen anderen Anschluß hatte: Wo das neue Automatikgetriebe einen normalen Flachstecker hatte, hatte mein altes eine Schraub-Öse. Da mir die verschraubte Befestigung besser gefiel, als ein wackeliger

Flachstecker, habe ich das Magnetventil umgebaut.

Nach dem erfolgreichen Einbau wurde das neue Automatikgetriebe noch mit einem neuen Filter versehen und mit frischem ATF befüllt. Die erste Probefahrt musste noch mehrfach unterbrochen werden, um den angenehmsten Steuerdruck einzustellen. Die Vorgabe ergibt zwar schon einen fahrtauglichen Zustand, doch lässt sich dieser noch mit etwas Feingefühl verbessern.

Ein Problem bereitete allerdings noch längere Zeit Sorgen: Der neue Schaltautomat benahm sich in dem Spenderfahrzeug hervorragend, schaltete im Coupé jedoch oft auf der Autobahn über 120 Stundenkilometer noch beim Beschleunigen zurück in den dritten Gang und hing dort fest. Ein Hochschalten in den vierten Gang ließ sich nur bewerkstelligen, indem man den Wählhebel während der Fahrt auf N und wieder zurück auf D stellte. Nachdem alle technischen Fehler ausgeschlossen waren und ein Reinigungsadditiv nichts geholfen hatte, war ich zunächst planlos. Das Problem sah nach einem klemmenden Steuerkolben aus.

Dem eigentlichen Grund kam ich erst auf die Schliche, nachdem ich Öl nachfüllen musste und eine andere Marke wählte: Das merkwürdige Verhalten hatte sich um einiges gebessert. Daraufhin habe ich noch einmal einen Öl- und Filterwechsel vorgenommen und bin komplett auf die neue Marke umgestiegen und das Problem war völlig beseitigt. Es reicht anscheinend wohl nicht, dass das Öl ein rotes ATF nach Dexron II oder III ist. Zumindest mein Schaltautomat scheint ein Feinschmecker zu sein.


ET-Nummer Bezeichnung St. Preis Gesamt Beleg
A 126 270 36 01 Automatisches Getriebe, gebraucht und geprüft 1 500,00 500,00
A 126 300 19 30 Seilzug Steuerdruck 1 45,89 45,89
A 126 271 10 80 Dichtung Ölwanne Schaltautomatik 1 10,71 10,71
A 126 277 02 95 Ölfilter Schaltautomatik 1 18,21 18,21
A 126 330 00 51 Reparatursatz Radlager Vorderachse 2 52,71 105,42

Gesamtkosten: 680,23 Euro