Dienstag, 24 Mai 2005, 203814 km

Die Bremsen sind mal wieder fällig

Wie, schon wieder??? So alt sind die Beläge doch noch gar nicht. Und dennoch: Das Warnlämpchen flackerte mal wieder fröhlich auf und am Bremsflüssigkeitsstand gab es nichts zu bemängeln. Ein Blick hinter die Vorderräder bestätigte es: Der rechte innere Bremsbelag war am Ende, was zugleich bedeutete, dass der Kolben klemmen musste. Na gut, dann verbinden wir das Ganze mit dem eh fälligen Ölwechsel und stellen uns seelisch und moralisch auf einen Wartungsdienst ein.

Und da der TÜV beim letzten Mal auch nicht mehr so hundertprozentig von meinen Bremsschläuchen begeistert war, wurden die Bremsen komplett einer Kur unterzogen. Aus irgendeiner Intuition heraus habe ich zudem auch neue Handbremsbacken besorgt, die sich später als durchaus nützlich erwiesen.

Zuerst kamen die vorderen Bremsen dran. Da der linke Radbremszylinder einwandfrei funktionierte, beschränkte sich meine Arbeit auf die Überholung des rechten Bremszylinders. Der Kolben klemmte fest im Sattel und es bedarf einiger Überredungskünste und gröberen Werkzeugs, um ihn raus zu kriegen. Anscheinend war die Staubschutzmanschette seit längerem undicht, denn das vordere Ende des Kolbens war angerostet. Kolben und Zylinder wurden mit 1200er Schleifpapier und Öl geschliffen, beide Teile ordentlich gereinigt und mit einem Reparatursatz wieder zusammengebaut. Neue Bremsbeläge und Verschleißanzeiger verstanden sich von selbst. Im Anschluss

ging es an die Hinterräder. Dort habe ich zunächst aus purer Neugier die Scheiben abgenommen, um einen Blick in die Trommeln der Handbremse zu werfen. Meine Überraschung war groß, als mir die Beläge einfach so entgegen fielen. Nein, nicht die ganzen Backen: Die Beläge, welche auf die Backen aufgeklebt sind, haben sich einfach gelöst und lagen lose in den Trommeln. Nun, vermutlich waren es noch die ersten Beläge und vermutlich hat sie noch nie jemand ernsthaft gebraucht. Dennoch habe ich so etwas noch nie gesehen. Was ein Glück, dass ich vorsorglich für Ersatz gesorgt hatte.

Nach dem Einbau neuer Bremsbacken und Federn wurden die Scheiben, welche noch in sehr gutem Zustand waren, wieder montiert und mit neuen Bremsbelägen versehen. Zuletzt wurden alle vier Bremsschläuche ausgetauscht und die Bremsanlage grob entlüftet. Zu pingelig wollte ich hierbei nicht sein, da ich aus Erfahrung wusste, dass man den 126er mit ABS eh nur richtig gespült kriegt, wenn man es in der Werkstatt mit einer Druck- oder Unterdruckanlage macht. Die berühmte Treten-Nachfüllen-Hobbybastler-Lösung verhilft zwar zu einer funktionsfähigen Bremse, doch wird sie immer ein wenig schwammig bleiben.

Da am nächsten Tag der TÜV-Termin anstand, bin ich vorher noch schnell zum Bremsflüssigkeitswechsel in eine Werkstatt gefahren. 35 Euro inklusive Material sind für ein gutes Bremsgefühl ein durchaus lohnenswerter Einsatz.


ET-Nummer Bezeichnung St. Preis Gesamt Beleg
Motoröl GTX5, 5L 2 29,90 59,80
A 000 180 06 09 Ölfilter 1 5,00 5,00
A 000 420 80 20 Bremsbeläge vorne 1 149,00 149,00
Geber Bremsbelagverschleißanzeige 1 3,94 3,94 12.04.2005
A 126 420 01 20 Reparatursatz Bremsbacken hinten 1 53,27 53,27
A 001 420 06 20 Bremsklötze hinten 1 24,43 24,43
A 000 423 36 93 Federbleche Bremsklötze 2 4,65 9,30
A 000 420 00 44 Reparatursatz Bremszylinder vorne 2 15,58 31,16 15.04.2005
A 129 428 00 35 Bremsschlauch vorne 2 31,20 62,41
A 126 428 03 35 Bremsschlauch hinten 2 22,97 45,94
Bremsscheiben vorne ATE 2 70,00 140,00
Bremsflüssigkeitswechsel 1 35,00 35,00 25.05.2002

Gesamtkosten: 619,25 Euro