Donnerstag, 11 September 2008, 222306 km

Feinarbeiten unter dem Fahrzeug

Wie sieht es wohl aus, wenn jemand schick gekleidet daher kommt, jedoch in gammeligen Socken oder ungeputzten Schuhen herum läuft? Unmöglich, oder?

Nun, der grobe Schmutz ist seit ein paar Tagen vom Unterboden entfernt, doch eine Schönheit ist er deshalb noch lange nicht. Also ist heute Schuhputztag angesagt, um den Hinterachskörper wieder in schönem Schwarz erstrahlen zu lassen. Das wurde auch dringend nötig, denn 25 Jahre aufgewirbelte Steinchen von der Straße haben von der ursprünglichen Lackierung der Hinterachse nicht viel übrig gelassen.

Da dem Achskörper mit Schuhcreme nicht mehr ernsthaft zu helfen ist, habe ich zu härteren Mitteln gegriffen: Zunächst wurden alle erreichbaren Stellen der Achse angeschliffen und vom Oberflächenrost befreit. Alte Wachsreste, die den Dampfstrahler überlebt hatten, wurden mit Bremsenreiniger vernichtet.

Anschließend wurden mindestens 5 komplette Augsburger Allgemeine am Unterboden verklebt, um nicht gleich den ganzen Unterboden mit zu lackieren. Positiver Nebeneffekt: Ich habe mindestens 5 Haushalte vor lokalpolitischer Verdummung gerettet. Ob man mir dafür dankbar ist?

Nach der Grundierung und vier Schichten Schuhcreme Lack sah die Hinterachse wieder salonfähig aus. Danach

ging es dem Boden noch einmal an die Haut. Den wisse: Wer im Alter noch schön aussehen will, muss sich ordentlich eincremen. Da ich jedoch alle dermatologischen Mittelchen aus der Werbung für Betrug halte (mit denen kriegt man bestenfalls die Sorgenfalten weg, die man durch den horrend hohen Kaufpreis erst bekommen hat), habe ich den gesamten Unterboden dünn mit Fluid Film behandelt.

Das dünnflüssige Fluid kann nun die kommenden Wochen in Ruhe einwirken und dabei in alle eventuellen Haarrisse ziehen. Anschließend kommt eine Schicht Perma drüber, um den Boden langfristig zu versiegeln. Die wenigen harmlosen Stellen, an denen oberflächlicher Rost am Bodenblech zu sehen war, habe ich erstmal belassen. Das Fluid wird sie langfristig konservieren, so dass sie nicht schlimmer werden können.

Weitere 1,5 Liter habe ich zuletzt in sämtliche Hohlräume im Bereich des Unterbodens versenkt. Schweller, Längsträger und alle anderen Rahmenteile, in die ich den Rüssel einführen konnte, wurden geflutet.

Die Konservierung wird in einem Jahr noch einmal wiederholt, wenn die erste Schicht sich überall verteilt und etwas gesetzt hat. Würde ich die gesamt Ladung auf einmal in den Hohlräumen versenken, würde ich nur auf jeder Fahrt eine dünne Spur Fluid hinter mir her ziehen.