Dienstag, 30 September 2008, 222357 km

Beim Beulendoktor

Man sollte meinen, dass jemand, wenn er einmal das Auto seines Nachbarn beschädigt hat, beim nächsten Mal besser aufpasst. Nicht so die Beifahrer meiner netten Tiefgaragen-Nachbarin: Vor ein paar Wochen war schon wieder eine Beule in meiner Fahrertür. Gleiche Form, gleiche Stelle, gleicher Ärger. Ein gemeinsamer Besuch beim Beulendoktor zur Schadensermittlung ergab, dass aufgrund der vorangegangenen Lackierung nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Lack bei der Reparatur reißt.

Die Vorstellung einer weiteren Neulackierung der Tür löste bei mir einige schlaflose Nächte aus. Selbst ein Profi würde es nicht schaffen, innerhalb einer glatten Seitenfläche eine einzelne Tür so zu lackieren, dass man den Unterschied nicht sieht. Selbst wenn der Lack perfekt angemischt würde, hängt es noch von anderen Faktoren wie Spritzdruck, Abstand und Sprühverfahren ab.

Auf der anderen Seite hatte ich natürlich wenig Interesse daran, aus eigener Tasche für eine Lackierung der

Kotflügel draufzulegen. Sämtliche Sorgen haben sich heute jedoch als unbegründet herausgestellt: Ich war pünktlich um 13:00 bei der Firma Karosserie Heinrich in Bobingen und durfte bereits 30 Minuten später wieder beulenfrei vom Hof fahren.

Um mit den Werkzeugen in die Tür zu kommen, wurde der Fensterspalt mit einem Luftkissen zunächst erweitert und anschließend mit weichen Kunststoffkeilen gesichert. Die Scheibe hatte man zuvor zur Vermeidung von Kratzern durch die Werkzeuge großzügig abgeklebt. Das Resultat ist in meinen Augen überzeugend. Auch die Leute sind nett, kompetent und kleinen Fachsimpeleien gegenüber aufgeschlossen.

Da ich von der gegnerischen Versicherung eine schriftliche Kostenübernahme hatte, bot man mir zudem an, den Schaden direkt mit der Versicherung zu regulieren. Auch wenn das nicht unüblich ist, ist es doch ein weiterer Pluspunkt, der dazu beitrug, dass diese Geschichte in einem kurzen netten Ausflug endete.